Der Hamburger Maler Hans Wrage steht in der langen Tradition der bis zu Alfred Lichtwark zurückreichenden Freilichtmalerei und ist deren letzter lebender Vertreter. Mit seinen Aquarellen und Zeichnungen aus dem Hamburger Hafen, aus Eimsbüttel, Altona und St.Pauli ist er ein ebenso aufmerksamer wie kritischer Chronist der Hamburger Stadtentwicklung seit dem Zweiten Weltkrieg. Dabei faszinieren ihn vor allem unscheinbare Motive, in denen er den Charakter der Stadt und ihrer Menschen aufzeigt. Auf seinen zahlreichen Reisen durch Norddeutschland hat er auch von Sylt und Föhr, in den Elbauen und in den heute von der Hafenerweiterung industrialisierten Flächen im besten Sinne wunderbare Naturansichten geschaffen.
Hans Wrage ist künstlerisch vor allem als Aquarellist hervorgetreten. Seine Bilder entstehen immer unmittelbar vor der Natur. Er ist thematisch und künstlerisch in der norddeutschen Kunst sehr stark verortet. Mit seiner gegenständlichen und vor allem handwerklich sehr fundierten Malerei hat er alle kurzlebigen Kunstmoden überdauert. In seinen auch historisch immer bedeutender werdenden Arbeiten kann sich unsere im rasanten städtebaulichen Veränderungsprozess befindliche Stadt ihrer Geschichte gut vergewissern. Viele Bilder von Hans Wrage befinden sich deshalb in bedeutenden öffentlichen und privaten Sammlungen.
Ab Oktober 2007 werden Künstlerpostkarten von Hans Wrage im Schloss Bergedorf gezeigt. Mit seinen Arbeiten ist er immer präsent in der Hamburger galerie carstensen.
Biographie
Geboren 1921 in der Hamburger Neustadt. Lehre als Gebrauchswerber. Kriegsdienst in Italien und Afrika. Kriegsgefangenschaft in den USA und England. 1947 Rückkehr nach Hamburg.
Mal- und Zeichenkurse bei Friedrich Schaper in Hamburg und bei Maria Vogler in Worpswede sowie Studium an der Landeskunstschule, u.a. bei Rolf Böhlig und Erich Wessel. Seit 1958 Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler. Seit 1963 Mitglied in der Hamburgischen Künstlerschaft e.V. Bis 1982 Tätigkeit als Fachlehrer für Gestaltung an der Handelsschule für Wirtschaftswerbung.
Hans Wrage lebt als freier Künstler in Hamburg. Er ist mit seinen Arbeiten in allen wichtigen öffentlichen und privaten Sammlungen Norddeutschlands vertreten.
Literatur zu Hans Wrage (Auswahl)
Holger Carstensen/Olaf Matthes (Hg.): Hans Wrage. Stadt-Landschaft-Natur
Verlag Cord Oltmanns, Hamburg 2008
ISBN 978-3-9811915-3-0 96 Seiten
Olaf Matthes stellt in seinem Essay Hans Wrage und viele seiner in diesem Band erstmals veröffentlichten Bilder pointiert vor. Künstlerische Wegbegleiter und Sammler berichten von ihren sehr persönlichen Begegnungen mit Hans Wrage und ihren Lieblingsbildern des Künstlers.
Erhältlich ist auch eine von Hans Wrage nummerierte und signierte Vorzugsausgabe "I - XXIV" inkl. je einer Originalserigraphie
Olaf Matthes/Holger Carstensen (Hg.): Kunstgrüsse! Künstlerpostkarten von Hans Wrage
Verlag Cord Oltmanns, Hamburg 2007
ISBN 978-3-9811915-1-6
Anlässlich der Kabinett-Ausstellung im Bergedorfer Schloss erschienene nummerierte und signierte auf 300 Exemplare limitierte Auflage. Der bibliophile Band enthält einen Text von Hans Wrage zur Entstehung seiner "Kleinaquarelle". Band 1-30 zusätzlich mit einem Original Linolschnitt von Hans Wrage (z.T. vergriffen)
Holger Carstensen (Hg.): Hans Wrage
galerie carstensen, Hamburg 2007
Der 24seitige Ausstellungskatalog zeigt Zeichnungen und Aquarelle aus sechs Jahrzehnten und enthält kurze Beiträge von Hans Wrage und Olaf Matthes- Hamburger Sparkasse (Hg.): Der Hamburger Maler Hans Wrage. Zum 85. Geburtstag
Kunst-Engagement der Hamburger Sparkasse, Hamburg 2006
Der anlässlich der Jubiläumsausstellung in der Hamburger Sparkasse von Carsten Meyer-Tönnesmann bearbeitete umfangreiche Katalog versammelt werkbiographische Texte von Hans Wrage sowie Eröffnungsreden zu einigen seiner Ausstellungen, u.a. von Ruth Dunkelmann, Gerhard Kaufmann und Olaf Matthes. - Olaf Matthes (Hg.): Hans Wrage. Bilder aus den Vier- und Marschlanden
Museum für Bergedorf und die Vierlande, Hamburg 2001
Der anlässlich der gleichnamigen Ausstellung im Bergedorfer Schloss erschienene Band enthält u.a. ein Interview des Herausgebers mit Hans Wrage, in dem dieser lebendig Auskunft über sein Leben und seine künstlerischen Intentionen gibt. - Hans Wrage: Wohnen und Leben am Hafen. Zwischen dem Fischmarkt und der Grossen Freiheit
Privatveröffentlichung, Hamburg 1997
Dieser im Februar 1997 vom Künstler herausgegebene Band versammelt seltene Zeichnungen und wenige Aquarelle mit inzwischen historischen Ansichten aus Altona und St.Pauli. Die Original-Zeichnungen befinden sich überwiegend im Staatsarchiv der Stadt Hamburg. (vergriffen) - Christian Maduas (Hg.) Hans Wrage. Ein norddeutscher Maler und Grafiker
Verlag Stock&Stein, Schwerin 1997 (für die Galerie Morganti, Hamburg) 48seitiger Ausstellungskatalog mit zahlreichen farbigen Abbildungen - Carsten Meyer-Tönnesmann (Hg.): Der Hamburger Maler Hans Wrage
Privatveröffentlichung, Hamburg 1992
Dieser von Carsten Meyer-Tönnesmann initiierte Band ist die erste monographische Annäherung an das reiche Werk von Hans Wrage und stellt ihn in eine bis auf den Hamburgischen Künstlerclub von 1897 zurückreichende Traditionslinie. - Kurt Gernkte (Hg.): Hans Wrage. Stadtlandschaften (Altona - Eimsbüttel - St.Pauli)
Kunstkreis Schenefeld, Schenefeld 1982
Der erste Personal-Katalog über Hans Wrage erscheint anlässlich der gleichnamigen Ausstellung im Kunstkreis Schenefeld. (vergriffen)
Weblinks
Hans Wrage bei Wikipedia
www.galerie-carstensen.de
www.art-and-go.com

















